Riesen-Andrang beim 1. „HeimkehrerTag“ in Neubrandenburg

Unternehmen aus der Region werben mit guten Jobs um Weggewanderte 

NEUBRANDENBURG.
Nach acht Jahren in Berlin hat sich Birgit Hamann entschlossen, in ihre alte Heimat zurückzukehren und sich hier einen neuen Job zu suchen. „Als ich dann auch noch von einer Freundin vom „HeimkehrerTag“ in Neubrandenburg erfahren habe, war sofort klar: Da muss ich hin! Ich möchte zurück!“, erzählte die 55-jährige gelernte Rechtsanwaltsgehilfin, die in den letzten Jahren im Bereich Lohnabrechnung gearbeitet hat. „Mir fehlen das Wasser, die Familie und die alten Freunde“, sagte sie noch und verschwand mit ihrer Bewerbungsmappe unterm Arm ins Getümmel, um ein nächstes Bewerbungsgespräch zu führen.

 

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Berge und keine freie Sicht

Mit ihr nutzten rund 500 Weggewanderte und Pendler zwischen Weihnachten und Neujahr die Chance, sich auf dem „HeimkehrerTag“ nach Arbeits- und Wohnungsangeboten, nach freien Baugrundstücken, Schulen und Kitaplätzen in der Region umzuschauen. „Der 1. HeimkehrerTag war ein Testballon für uns und die Firmen in der Region, die händeringend Fachkräfte suchen“, so Torsten Haasch, Hauptgeschäftsführer der IHK Neubrandenburg. „Mit diesem Andrang, mit diesem Heimweh, haben wir aber nicht unbedingt gerechnet“, gab er unumwunden zu.

Die Besucher waren begeistert von der Idee: „Ich lebe seit vier Jahren in Österreich“, erzählte Bürokauffrau Martina Frey, die in Neustrelitz wieder heimisch werden möchte. Sie sei in Österreich nie so richtig angekommen, bedauerte die 35-Jährige und fügte hinzu: „Außerdem fehlt mir die freie Sicht. Überall nur Berge. Zudem sehe ich meine Mutter wegen der Entfernung nur noch zwei Mal im Jahr. Das soll wieder anders werden.“ Martina Frey suchte beim „HeimkehrerTag“ auch nach Arbeitsangeboten für ihren Mann, ein gelernter Maler, der sich aber vorstellen kann, künftig beispielsweise als Lkw-Fahrer oder Hausmeister zu arbeiten. „Er kann heute nicht dabei sein kann, weil er in Österreich arbeiten muss.“

Mehr als 20 Gespräche geführt

Urlaubssperre – Das ging auch anderen Heimkehrwilligen so. Sie schickten ihre Freunde oder die Eltern zum 1. HeimkehrerTag, die sich nach passenden Stellenangeboten umschauen sollten. Teilweise bildeten sich Schlangen vor den Ständen der Unternehmen. „Ein Glück waren wir zu zweit hier“, resümierte Unternehmer Thomas Hoppe von Sensor24 am Abend. „Wir haben mehr als 20 Gespräche geführt und gleich zwei Bewerbungen entgegengenommen. Die Gesprächspartner kamen aus Berlin, Hamburg, Lübeck – im Grunde aus dem gesamten Bundesgebiet.“ Auch Katharina Clausohm, die mit ihrem Mann in Neverin ein Softwareunternehmen erfolgreich leitet, war am Ende sehr zufrieden. „Eine tolle Veranstaltung“, lobt sie beim Einräumen die Organisatoren.

Die IHK Neubrandenburg hatte den 1.HeimkehrerTag gemeinschaftlich mit der Stadt Neubrandenburg, dem Industrienetzwerk Neubrandenburg, dem Nordkurier, der Agentur für Arbeit und dem Landesmarketing MV organisiert.          Grit Gehlen

Videos von Rückkehrern nach Neubrandenburg

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